Dann fangen wir mal ganz klein an

Written by Borens. Posted in Meine Meinung

Diesen Spruch aus Unternehmermund haben Sie vielleicht auch schon einmal gehört. Ich höre ihn mindestens einmal im Monat. Damit meinen diese Unternehmer, dass sie mit möglichst wenig Investition und Aufwand einmal ausprobieren wollen, ob man im Internet erfolgreich Geschäfte machen kann. Vorweg sei gesagt: Das funktioniert in den seltensten Fällen. Denn wie bitte soll man künftige Geschäftspartner und Kunden vom eigenen Untenrehmen überzeugen, wenn man nichts vorzuweisen hat, was überzeugen kann.

Fangen wir mal bei der optischen Wirkung eines Webauftritts an. Sieht der aus, wie eine Schülerarbeit aus den späten 1990er Jahren, muss man schon an ziemlich hartgesottene Internetuser geraten, um mit denen ins Geschäft zu kommen. Erschließen sich dann Zweck und Funktion der Internetseite erst auf den zweiten Blick oder gar erst nach dem Studium ellenlanger Erklärungen, hat man als Unternehmer eigentlich schon verloren.

Die User sind zwar nicht dumm, aber ziemlich verwöhnt. Wird doch im Internet an allen Ecken und Enden viel gut gemachte Unterhaltung geboten. Oftmals sehr seicht, aber immer einfach zu konsumieren. Deshalb darf man nicht erwarten, dass die Besucher der eigenen Seite plötzlich von ihren anerzogenen Gewohnheiten abweichenund weitere Teile des Gehirns einschalten, um mitzubekommen, was hier läuft.

Einer der „Ich-fang-mal-klein-an-Unternehmer“ erwiderte mir erst vor wenigen Tagen auf meine Anmerkungen zu seiner recht kruden Webseite: „Wissen Sie mit welcher Website Google angefangen hat?“ Ja, ich weiß das. Mit fast der gleichen Seite, wie sie heute noch zu sehen ist. Auf das Wesentliche reduziert und für jeden unmissverständlich zu verstehen: „Hier wird gesucht und gefunden, sonst nichts!“

Webseiten sind Aushängeschilder, Kundenfänger, Überzeuger oder was wie auch immer man das formulieren will. Ihre erste und wichtigste Aufgabe ist es, dem Besucher auf den ersten Blick zu sagen, was er hier vorfindet und welche Vorteil er davon hat, wenn er bleibt. Das muss natürlich nicht mit Worten (Text) geschehen. Nein, das Überzeugen und Verkaufen – etwas anderes ist ja nicht – läuft größtenteils auf der emotionalen Ebene ab.

Also soll die Seite schon mal einen positiven Eindruck machen und etwas bieten, was die Aufmerksamkeit des Besuchers erregt. Dass Google eine Suchmaschine ist, weiß jedes Kind und es wird dort erstmal nichts anderes erwartet. Also lassen wir diesen Giganten als Vergleich zu den Startupseiten eines „Ich-fang-mal-klein-an-Unternehmers“ außen vor.

Dieser muss sich die Aufmerksamkeit seiner Kunden zuerst einmal hart erarbeiten. Auch das Internet ist kein Raum, in dem die Kunden geflogen kommen, wie die gebratenen Tauben im Schlaraffenland. Nur denken das manche Leute, insbesondere Shopbetreiber. Shop zusammenbasteln, ins Internet stellen und reich werden….!?

Wenn das alles so selbstverständlich und einfach wäre, hätten wir doch nur noch Internetmillionäre.

Leider treffe ich auch oft auf weitgehende Konzeptlosigkeit. Oder das Konzept besteht aus: „Wir tun mal was und sehen, was daraus wird!“. Naja, dann sollte man das aufgewendete Geld lieber in einen Urlaub oder eine Party mit Freunden investieren. Da weiß man, das es zumindest Spaß macht.

Der größte Fehler ist jedoch die „Ich-fang-mal-klein-an-Haltung“ eines Unternehmers. Wenn man geschäftlich ins Internet geht, soll das schon Hand und Fuß haben. Also eine zeitgemäße und userfreundliche Webseite, ein schlüssiges und tragfähiges Konzept sowie einen passende und vernünftige Vermarktungsstrategie. Wenn dann noch Fleiß, Durchhaltevermögen und Aufnahmefähigkeit für kompetente Anregungen von außen hinzu kommen, sollte man schon davon ausgehen können, dass sich der Erfolg einstellen wird.

Irgend ein Schlaumeier sagte mal: „Unternehmer kommt von unternehmen, nicht von unterlassen!“ Ich möchte das so ergänzen: „Unternehmer kommt von ‚das Richtige‘ unternehmen, nicht von ‚das Wesentliche‘ unterlassen!“

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