Selber machen oder nicht?

Written by Borens. Posted in Fachartikel, Meine Meinung

Einen Internetshop ins Netz zu stellen, ist heutzutage keine Sache mehr. Schnell hat man eine freie Software aus dem Netz gefischt oder kauft sich eine auf das Selbermachen ausgelegte Lösung und kann loslegen. Doch stellt sich bei vielen Neu-Shopbesitzern schnell der Frust ein. Die eigentlich kostenlose Open Sorce Software stellt sich schnell als Zeit und Nerven fressende Dauerbaustelle heraus. Die darin zu investierende Zeit fehlt bei der Erledigung der eigentlichen kaufmännischen Aufgaben im Geschäft.

Oder die eingekaufte Selbermacher-Software bringt nicht alle Funktionen mit, die man haben wollte oder sogar dringend braucht. Aber das wäre noch das kleinere Übel. Viel schlimmer wird es für den Händler, wenn keine Kunden den Weg in seinen Onlineladen finden. Nun hat er sein Geschäft direkt an der (Daten-)Autobahn eröffnet und dennoch fehlt der Umsatz. Ratlosigkeit und Frust machen sich breit. Was läuft denn nur falsch?

Geistesblitz! Mein Shop muss in Google ganz vorne sein!

Mal abgesehen davon, dass es außer Google noch andere wichtige Verzeichnisse gibt und Google nicht unbedingt das Maß aller Dinge ist, fehlt dem Händler in 99% aller Fälle jegliche Ahnung, wie er sein Google-Ranking verbessern kann. Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, einen externen Fachberater zu konsuliteren. Aber das kostet ja möglichweise Geld. Also werkeln die „Cleveren“ weiter selbst an Ihrem vermeintlichen Erfolg herum und wundern sich, dass dieser immer noch ausbleibt.

Was Sie bisher gelesen haben, spiegelt den größten Teil der Shopgründungen und danach erfahrenen Misserfolge wieder. Doch wie kann man es vermeiden, so auf die Nase zu fallen?

Zuerst einmal sollte sich der künftige Shopbesitzer selbst richtig einschätzen und sich auch mal eingestehen, dass er von vielen Dingen keine Ahnung hat. Es ist nun nicht damit getan, eine Software zu installieren, mit Artikeldaten zu bestücken und dann großen Erfolg damit zu haben.

Einen Onlineshop richtig aufzubauen, fängt bereits mit der ersten Idee an. Aus der Idee muss ein Konzept erarbeitet werden. Und schon hier werden eklatante Fehler gemacht bis hin zum völligen Fehlen eines Konzeptes. Nur zu sagen, ich stelle diese und jene Artikel zum Verkauf ins Netz, ist nämlich noch kein Konzept.

Bevor überhaupt eine Entscheidung für oder wider eine Software fällt, muss klar sein, welche Funktionalität im Shop vorhanden sein soll. Hier gibt es erhebliche Unterschiede in Ausgestaltung und Leistung. Ebenso sind die Anzahl der eingestellten Artikel, die Art der Präsentation sowie die Anzahl der möglichen Besucher und die der zu erwartenden Bestellungen entscheidend für die Softwareauswahl. Nicht zu vergessen die so genannte Suchmaschinentauglichkeit der Software, die Bedienbarkeit durch Besucher und Administratoren und die Skalierbarkeit bei wachsenden Ansprüchen und Anforderungen.

Weiter geht es um die Frage der zielgruppengerechten Präsentation und begleitender Marketingmaßnahmen. Was ist mit dem Design des Shops? Reicht das mitgelieferte Design „von der Stange“ oder muss ein individueler Auftritt her? Was passiert nach dem Kauf? Wie wird der Kunde weiter betreut? Welcher Support wird angeboten? Wie werden Reklamationen behandelt? Alles Kernfagen eines erfolgreichen Geschäftes.

Es gibt eine Fülle externer Dienstleister, die den Onlinehändler unterstützen wollen. So buhlen Suchmaschinen, Preisvergleichsportale, Artikellisten, Bewertungsportale und sonstige Diensleister um die Gunst der Shopinhaber. Doch welche Anbieter sind für den jeweiligen Shop geeignet? Welche Kosten entstehen? Welche Strategie ist die richtige?

Nun muss der Shop auch noch bekannt gemacht werden. An der Datenautobahn besteht zwar die Möglichkeit, hohe Besucherzahlen zu erreichen. Aber dazu müssen die potenziellen Besucher auch wissen, dass es den Shop überhaupt gibt. Da reichen Einträge in Suchmaschinen und Verzeichnissen kaum aus. Also muss noch andere Werbung her. Auch hier ist das Abgebot so groß und vielfältig, dass selbst Fachleute nur noch schwer durchblicken.

Was ist mit der rechtlichen Seite? Mindestens ein Dutzend Gesetze und Verordnungen gilt es alleine im Onleinbereich zu beachten. Manche übersehene Kleinigkeit kann schnell zu einer teuren juristischen Auseinandersetzung führen. Die Rechtslage ist teils unklar und oft bedarf es der Beratung durch Fachanwälte.

Erst wenn diese Fragen zufriedenstellend beantwortet und die nötigen Maßnahmen erfolgreich und richtig umgesetzt sind, beifndet sich ein Onlineshop auf dem Weg zum Erfolg. Wenn ein Shop ohne ordentliche Planung und Umsetzung erfolgreich wird, ist das purer Zufall. Doch der Zufall hat im Geschäftsleben nichts zu suchen.

Jeder Neu-Shopbetreiber ist gut beraten, sich schon sehr frühzeitig an professionelle Berater zu wenden, um zumindest die gröbsten Fehler zu vermeiden. Grundberatungen sind schon für relativ wenig Geld zu erhalten und werden in vielen Fällen noch staatlich geördert. Seriöse Berater werden dem weniger kapitalstarken Kunden nicht gleich „das ganze Paket aufs Auge drücken.“ Beratungsanforderungen und Kapitaleinsatz können in vielen Projekten mit der Zeit und dem Erfolg des Projektes wachsen.

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