Spaßfaktor = Umsatzmotor oder –bremse?

Written by Borens. Posted in Info-Letter

„Wie lustig darf ein Onlineshop sein?“, titelt Shoplupe-Inhaber Johannes Altmann auf seiner Blogseite und fragt gleich hinterher, wie viel Humor ein Shop verträgt und wann Schluss mit lustig ist. Sein Fazit ist alles andere als eindeutig. Natürlich kennt man die schräge Zalando-Werbung mit den kreischenden Kommunarden und FKK-lern, auch wenn man dort nicht einkauft. Sie ist so schräg, dass sie in den Köpfen lange präsent bleibt.

Doch wie sieht es aus, wenn nicht nur die Werbung, sondern der gesamte Shop lustig aufgemacht werden soll?

Hierzu hat Altmann keine Tipps parat und verweist auf seinen persönlichen Geschmack. Klar, Humor ist Geschmackssache. Ich empfehle an dieser Stelle gerne, besonnen mit humoristischen Gestaltungen und Effekten umzugehen, wenn man nicht gerade Karnevals- oder Scherzartikel verkauft.

So könnte man den 3.000 Euro teuren Designer-Bürostuhl mit Bandscheiben-Schoneffekt schon mit dem Slogan anpreisen: „Wenn Sie wieder einmal etwas länger sitzen müssen!“, und zeigt dabei einen Sträfling in seiner Zelle auf einem der bequemen Chefstühle sitzend. Doch wie kommt das bei den potentiellen Kunden in den oberen Etagen an?

Wenn der Gag auch noch so gut ist, darf er die avisierte Käuferschicht nicht in ihren Gefühlen verletzen!

Einen ganzen Shop lustig aufzumachen ist eine heikle Aufgabe, wenn man keine Scherzartikel verkauft. Hier ist oft weniger mehr. Also lieber ein Schmunzeln in die Gesichter der User zaubern als zu versuchen, brüllendes Lachen mit Schenkelklopfen zu provozieren. Macht man es falsch, wird schnell nur Gelächter daraus.

Das kann bei einer witzigen, mit den Jahreszeiten und Festen wechselnden Gestaltung des Logos beginnen, in der Art von Google. Das Spiel mit Farben und Formen im Design muss aber unbedingt genau bedacht und fein auf die Erwartungen der Kunden abgestimmt sein. Je nach Warensortiment kann man hier schon einmal dicker auftragen. Allerdings gibt es auch Branchen und Waren, bei denen Humor wenig bis nichts zu suchen hat. Aber wer verkauft schon Särge und Urnen im Onlineshop!

Ich kann mir gut vorstellen, Kinderklamotten, Spielzeug, Hobby- und Freizeitartikel oder auch Sportgeräte und -kleidung mit viel Augenzwinkern zu verkaufen. Also alles, mit dem der Kunde sowieso einen gewissen Spaß verbinden kann.

Machen Sie sich einmal Gedanken darüber, wie viel Humor Ihr Shop vertragen kann. Humor und Witz können den Verkauf fördern, wenn sie gezielt, also an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit und vor allem im richtigen Maß eingesetzt werden.

Dies vermisse ich recht oft bei den Produktbeschreibungen. Anstatt sich dafür ansprechende Texte einfallen zu lassen, welche die Emotionen des Kunden ansprechen, setzen die Shopbetreiber dort meistens nur platte Listen mit technischen Daten, Aufzählungen von Ingredienzien oder manchmal leider auch überhaupt nichts ein.

Überall dort, wo der Kunde die wesentlichen Informationen erhält, kann man ihm ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern oder zumindest unterschwellig für gute Laune sorgen. Fühlt sich der Kunde – auch unbewusst – wohl, steigt seine Kaufbereitschaft erheblich an.

Und das ist es doch, was Sie als Händler erreichen wollen, oder etwa nicht?

 

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